Botanische Arbeiten im Piauí

Nach meinem Bachelorstudium wollte ich gerne für einen längeren Zeitraum nach Brasilien und entschied mich, dies in Form eines Freiwilligendienstes bei dem Verein ProBrasil zu machen. So verschlug es mich für 2 Monate in die kleine Stadt Coronel Jose Dias im nordöstlichen Bundesstaat Piauí.

Mit Uwe Weibrecht (Gründer von ProBrasil) konnte ich im Vorhinein die Aufgaben meines Aufenthaltes festlegen. Dafür, dass sich durch vorherige Umstände meine Aufgabe spontan von der Mithilfe in einer Bäckerei hin zur Unterstützung des Gärtners, Senhor Pedro, änderte, muss man auch über eine gewisse Flexibilität verfügen, wenn man einen Freiwilligendienst im Piauí machen möchte. Im Nachhinein kann ich jedoch sagen, dass ich mir keine schönere Aufgabe hätte vorstellen können, dies liegt hauptsächlich an der persönlichen Zusammenarbeit mit Senhor Pedro.

Für einen Aufenthalt im Piauí sind Grundsprachkenntnisse in Portugiesisch von großem Vorteil, da vor Ort eigentlich keine Person Englisch spricht. Mir persönlich fiel der Anfang auch schwer, da das Portugiesisch im Nordosten, doch deutlich unterschiedlich ist zu dem, welches ich aus anderen Regionen gewohnt war. Nach der ersten Woche ging die Kommunikation schon deutlich einfacher. Zudem ist Uwe Weibrecht auch immer vor Ort und kann einem auch auf Deutsch weiterhelfen.

Meine Aufgaben bestanden aus dem täglichen Gießen der Pflanzen und Bäumen, Einpflanzen neuer Bäume, Düngerherstellung und vielem mehr. Dadurch, dass das Biotop vor Ort, die Caatinga, sehr einzigartig ist und teilweise nur sehr wenig über native Bäume- und Pflanzenarten im Internet zu finden ist, war meine Aufgabe ebenfalls das Zusammentragen von Informationen über die jeweiligen Arten. Dadurch konnte ich von Senhor Pedro sehr viel über die traditionelle Nutzung einiger Blätter in der häuslichen Medizin erfahren. Dieses Wissen reichte von Tee zur Bekämpfung von Bauchschmerzen bis zur Nutzung von Harz als Shampoo. Neben den Informationen über die Natur, gewann ich auch einen Eindruck über das Aufwachsen in dieser Region. Dieses ist vor allem geprägt durch Armut und wenige Bildungschancen. Dennoch kann ich sagen, dass ich von Senhor Pedro viele Lebensweisheiten mitgenommen habe und mir der Abschied sehr schwergefallen ist.

Die Wochenenden füllte ich mit Wanderungen im Nationalpark Serra da Capivara und auch mit viel Häkeln! Wenn gerade kein anderer Freiwilliger da ist, kann es auch manchmal ein wenig einsam wirken, was für mich aber ein toller Gegensatz zu meinem vorherigen stressigen Studium war.

Die Unterkunft vor Ort bestand aus einem einfachen Zimmer mit Bett, Tisch und eigenem Bad. Des Weiteren stand einem eine Gemeinschaftsküche zur Verfügung, wo man sich Essen zubereiten konnte. Eine weitere Sache, an die ich mich gewöhnen musste, war die Anzahl und die Größe der Insekten vor Ort. Sobald man sich jedoch daran gewöhnt hat, kann man auch mit diesen friedlich zusammenleben.

Aus meinen Erfahrungen kann ich einen Aufenthalt im Piauí mit ProBrasil weiterempfehlen. Es muss jedoch gesagt werden, dass viel Flexibilität, Selbständigkeit und eigenes Engagement gefordert ist. Dieses wird jedoch mit den Erlebnissen, die man aus dieser Zeit mitnimmt, direkt belohnt.

Für mich ist klar, dass es eine wundervolle Erfahrung war und mir ein Abschied selten so schwerfiel!

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